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Video tv.berlin:

Rendite auf Kosten der Mieter? Anhörung der Deutsche Wohnen AG im Parlament / Nahaufnahme

Zitty Berlin:

Das ist unser Haus – Was auf dem Immobilienmarkt falsch läuft – und wie man sich wehren kann


Liebe Mieterinnen und Mieter aus der Otto-Suhr-Siedlung und Umgebung,

wenn Ihnen die Deutsche Wohnen erzählen will, die energetischen Modernisierungen seien zu Ihrem Besten, glauben Sie denen nicht!

In den meisten Häusern ist jahrzehntelang kaum etwas passiert, es herrscht Sanierungsstau. Die Deutsche Wohnen und ihre Vorgängerinnen haben ihre Pflichten als Vermieter jahrzehntelang vernachlässigt. Erst jetzt soll etwas gemacht werden, aber nur die Arbeiten, deren Kosten sich als Teil der energetischen Modernisierung auf die Mieterinnen und Mieter abwälzen lassen.

Für viele hier in der Siedlung kommt es zu einer Mietsteigerung von über 30%. Diese können sich viele von uns nicht leisten. Das bedeutet, sie werden wegziehen müssen aus der Siedlung, die viele Jahre unser Zuhause gewesen ist. Das wollen wir nicht!

Wir werden alles tun, um hier bleiben zu können – und zwar alle von uns!

Die städtische WBM saniert in ihrem Abschnitt der Otto-Suhr-Siedlung zum Teil die gleichen Wohnungen. Hier sind die Mietsteigerungen deutlich geringer und die MieterInnen bekommen neue Küchen und Bäder dafür. Die Deutsche Wohnen hat die Fördermittel, mit deren Hilfe die WBM viel kostengünstiger renovieren kann abgelehnt, weil sie höhere Kosten will. Höhere Kosten bedeuten für die Deutsche Wohnen höhere Profite. Profite die auf unsere Kosten gemacht werden, die wir aus unseren Geldbeuteln zahlen sollen. Das finden wir falsch!

Lassen Sie sich von der Deutschen Wohnen nicht erzählen, hier gienge es um gute Wohnungen für uns Mieterinnen und Mieter. Hier geht es einzig und allein um die Profitsteigerung des zweitgrößten deutschen Wohnungsbaukonzerns. Kommen Sie statt dessen lieber zu unserer Initiative und lassen Sie uns gemeinsam gegen die Mietsteigerungen und die Verdrängung protestieren.


Hans-Christian Ströbele MDB an Michael Zahn. Der Chief Executive Officer Michael Zahn verantwortet die strategische Ausrichtung der Deutsche Wohnen Gruppe


Bündnis der Deutsche Wohnen Mieter*innen anlässlich der Anhörung zur Weigerung der Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen AG. Pressemitteilung 15.02.2017

Zur Anerkennung des Berliner Mietspiegels. Im Rahmen der Sitzung des Ausschusses fur Stadtentwicklung und Wohnen des Abgeordnetenhaus am Mittwoch, dem 15. Februar 2017, 12.00 Uhr im Abgeordnetenhaus von Berlin, Raum 311.

Das Bündnis der Deutsche Wohnen Mieter*innen wird an der Sitzung teilnehmen. Wir wollen uns versichern, dass die Politiker*innen alles in ihrer Macht stehende tun, um die Profitmaximierungsstrategie der Deutsche Wohnen AG zu unterbinden.

Wir Mieter*innen der Deutsche Wohnen AG begrüßen es ausdrücklich, dass die Politik endlich Vertreter*innen des Unternehmens zum Rapport bestellt – Die Weigerung des Vorstands, an der Sitzung teilzunehmen ist unseriös, ein Hinweis  auf  Intransparenz und ist nicht akzeptabel.

Es darf aber nicht nur bei Ermahnungen durch die Politik bleiben. Es müssen auch Taten folgen.

Im Wahlkampf zum Abgeordnetenhaus im Sommer 2016 haben die Parteien versprochen, sich für bezahlbaren Wohnraum einzusetzen.  Die Geschäftspraktiken der Deutschen Wohnen AG stehen diesem Ziel entgegen. Ihr Geschäftsmodell ist nur auf Profitmaximierung ausgelegt. Das verträgt sich nicht mit einer sozialen Wohnraumversorgung.

Die meisten unserer Wohnungen waren früher in öffentlicher Hand und wurden an profitorientierte Unternehmen verkauft. Diese Privatisierungen waren ein großer Fehler, der dringend korrigiert werden muss.

So geht es nicht weiter. Der Senat und die Bundesregierung müssen für die Lösung der Probleme sorgen. Wir fordern sie auf, wirksame Mietpreisbegrenzungen zu schaffen, die Gesetze zur „Energetischen Modernisierung“ warmmietenneutral zu gestalten und ehemals öffentliche Wohnungen zu rekommunalisieren.

Hierzu stellen wir fest: Die Weigerung der Deutschen Wohnen AG den Berliner Mietspiegel anzuerkennen ist ein Skandal. Leider jedoch nicht das einzige skandalöse am Geschäftsmodell der Deutsche Wohnen AG.

Im Jahr 2016 hat das Unternehmen mit 1,2 Mrd Gewinn „das beste Jahresergebnis der Unternehmensgeschichte“ eingefahren. Was Manager und Aktionäre freut, bedeutet für uns Mieterinnen und Mieter der Deutschen Wohnen Mieterhöhungen, Luxus-Modernisierung, Verkauf, Abriss unserer Wohnungen – also Verdrängung oder immer weniger Geld zum Leben nach der Miete.

In der Kreuzberger Otto-Suhr-Siedlung will die Deutsche Wohnen die Altmieter*innen durch energetische Modernisierung wegdämmen. Auch in Pankow saniert sie „energetisch“ mit 2€ Energieeinsparung und 300€ Mieterhöhung. In Lichtenberg will die Deutsche Wohnen die Miete durch Modernisierung fast verdreifachen. Am Kottbusser Tor kauft sie sich vorzeitig aus den Bindungen des Sozialen Wohnungsbaus und nimmt doppelt so hohe Betriebskosten wie im Berliner Durchschnitt. In Zehlendorf wandelt sie Wohnungen in Eigentumswohnungen um, die wir nie im Leben kaufen könnten. Im Westend reißt sie Häuser ab, um sie durch Luxus-Neubauten zu ersetzen.

Wir Mieterinnen und Mieter der Deutsche Wohnen AG lassen uns die Mietpreistreiberei nicht länger gefallen und haben uns zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen wir unsere Verdrängung verhindern. Wir fordern die Politiker auf, gegen die Geschäftspraktiken der Deutsche Wohnen AG vorzugehen und mit uns gemeinsam für eine Veränderung der Spielregeln auf dem Berliner Wohnungsmarkt zu kämpfen.

Unterzeichner: Bündnis der Deutsche Wohnen Mieter*innen

Kotti & Co
BOSS&U (Bündnis der Mieterinnen und Mieter der Otto Suhr Siedlung und Umgebung)
Mieterprotest Baume (Treptow)


Am 08.02.17 haben wir am Rathaus in der Yorkstraße unseren offenen Brief übergeben. Die Unterstützung von vielen MieterInnen auf der Kundgebung aber auch später auf den hohen Rängen in der Versammlung hat uns sehr viel Mut gemacht.

„…Bezirksverordnetenversammlung will Mieter unterstützen

Die Bezirksverordnetenversammlung hat am Mittwochabend einstimmig beschlossen das Anliegen der Mieter zu unterstützen. Das Bezirksamt wird prüfen, ob die Gutachten von Deutsche Wohnen zur Rechtfertigung der energetischen Modernisierung „tatsächlich objektiv erstattet wurden und ob sie den rechtlichen Anforderungen genügen.“ Eine Verdrängung der Mieter unter dem Deckmantel der energetischen Sanierung, will die BVV verhindern.

Im vergangenen Jahr hat das Bezirksamt für die Otto-Suhr-Siedlung zudem einen Aufstellungsbeschluss für ein sogenanntes Milieuschutzgebiet gefasst. Das bedeutet, dass künftige Bau- oder Nutzungsänderungen im Kiez durch das Bezirksamt geprüft und genehmigt werden müssen. 09.02.2017 Tagesspiegel  “

Video von   leftvision-logo

Unsere Forderungen an die BVV

1. Unabhängiges Gutachten vom Bezirk finanziert – Was bringt die energetische Sanierung der Otto-Suhr-Siedlung?

2. Raum für Treffen der Mieter der Otto-Suhr-Siedlung
(z.B. die geschlossene Bibliothek)

3. Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung für Milieuschutz und gegen Mieterhöhung und Verdrängung in der Otto-Suhr-Siedlung

4. Beratungsstelle für Milieuschutz (für alle Mieter/innen der Otto-Suhr-Siedlung und Umgebung) einrichten

5. Rekommunalisierung der Otto-Suhr-Siedlung und ein Beschluss der BVV zur Unterstützung dieser Forderung

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Rederecht am 08.02.2017 in der BVV und reichen allen die Hand für eine konstruktive Zusammenarbeit!

Ihre/Deine Nachbarn & Freunde

BOSS&U Bündnis der Otto-Suhr-Siedlung und Umgebung

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